Was
sind schon 500 Kilometer für einen SV-Fan? Die große Entfernung
ist für über 100 Fans aus Tübingen kein Hindernis - sie
begleiten ihr Team zum schweren Spiel nach Jena.
Um
9 Uhr wird auf dem Tübinger Omnibus-Bahnhof am Samstag schon mächtig
gefeiert. Zwei 3-Sterne-Busse incl. Video-Anlagen (hat den jemand ein
Band vom legendären Hinspiel-Sieg in Ulm?) werden dann bereit stehen,
um die Anhängerschaft nach Jena zu bringen. Während der Fahrt
sorgt der Fanclub dafür, dass kein Fan unterwegs verdurstet - das
wäre ja jammerschade...
Da
man spätestens seit Lou Richter weiß, dass die intelligentesten
Fans der Nation nicht aus Ulm, sondern aus Tübingen kommen, steht
auch ein wenig Kultur mit auf dem Veranstaltungsprogramm der Basketball-Fahrt.
Schließlich muss auch der schlauste Kopf trainiert werden. In der
Schillerstadt Weimar, die 1999 mit dem Titel "Europas Kulturstadt"
geehrt wurde, macht der Schwabenexpress einen Zwischenstopp, um die Herren
Goethe und Schiller in deren Wohnhäuser zu besuchen. Mal sehen, ob
die beiden Herrschaften, die bekennende SV-Fans sind, mit Kaffee und Kuchen
auf die Besucher warten.
Später
geht es dann zum Check-In nach Jena in eine bescheidene Unterkunft, über
der vier Sterne leuchten. Dort werden die SV-Anhänger trotz einfachster
Einrichtung nächtigen. Bevor es aber ins Bett geht, steht noch einiges
auf dem Programm. Zum einen wäre da ein so genanntes Korbball-Spiel,
bei dem zwei Mannschaften versuchen werden, sich gegenseitig Bälle
in den Korb zu legen. Das Herren-Team aus Tübingen genießt
den Ruf, dies besonders gut zu beherrschen, aber auch die Mannschaft aus
Jena darf nicht unterschätzt werden, immerhin verstärkten sie
sich unlängst mit zwei Tübingern. Dieses höchst unterhaltsame
Spiel findet in einer Art Arena statt, in der Anhänger beider Teams
lautstark singen und tanzen werden, während die Mannschaften darum
bemüht sind Punkte zu sammeln.
Nach
diesem Sportprogramm geht es zurück in die Schlafhütte, in der
sich die Fans jedoch nicht sofort auf den Heuboden legen dürfen.
Zuerst wird gemeinsam mit der Korbball-Mannschaft gefeiert (was auch immer).
Während sich dann die Spieler auf den Weg nach Hause machen, wo sie
für kommende Aufgaben fleißig üben müssen, dürften
die Fans noch bis spät in die Nacht feiern.
Mit
Eiern und Brot versucht die freundliche Schlafhütten-Wirtin die Schwaben
am Sonntagmorgen wieder munter zu machen. Danach geht es in die haus-eigene
Kirche, in der die Tübinger Fans Fürbittgebete für ihre
Ulmer Freunde sprechen werden.
Gegen
High Noon versammeln sich die Tübinger Fans dann vor der Unterkunft,
um wieder ins Schwabenland zu rollen. 6 Tage später sollten sie angekommen
sein, denn dann wird von ihrer Anwesenheit viel abhängen. |