Nur
noch wenige Stunden bis zum Topspiel gegen ratiopharm Ulm. Vor dem Spiel
sind sich die Verantwortlichen beider Teams siegessicher. Aus Ulm tönt
beispielsweise der größte Fan, Thomas Stoll im Tagblatt-Interview,
dass Ulm gewinnen wird, weil "wir das bessere Team haben".
In
Tübingen kann man über solche Aussagen nur schmunzeln und sich
einfacher Denkaufgaben widmen. So stellt Radi Tomasevic sich und dem Gegner
die Frage: "Wenn Ulm das bessere Team hat, warum sind sie dann nur
zweiter und nicht wie wir erster?" - das ist doch eine durchaus berechtigte
Frage, Herr Tomasevic. Auch SV-Coach Georg Kämpf denkt in diese Richtung:
"Wir wissen, dass wir Ulm schlagen können, Ulm vermutet nur
dass sie uns schlagen können" philosophiert Kämpf.
Das
Topspiel gegen Ulm bereitet Kämpf jedenfalls keine schlaflosen Nächte:
"Ich wüsste nicht, warum ich schlecht schlafen sollte!"
Das Team hat sich wie immer gut vorbereitet, lediglich Robert Wintermantel
ist leicht angeschlagen. "Das kommt natürlich zu einem sehr
ungelegenen Zeitpunkt", so der Kapitän. Beim Training wirkten
die Unistädter sehr gelassen, lastet der Druck doch eher auf den
Ulmern. "Für uns geht es um viel, für Ulm um alles."
Respekt
hat Kämpf weniger vor den Ulmer Einzelspielern als vor der druckvollen
Spielart des Teams. "Ulm spielt sehr schnell und aggressiv, nur mit
einem Center und zwei großen Flügelspielern". Auch ob
die besseren Einzelspieler aus nun aus Ulm kommen oder nicht, ist Kämpf
egal: "Ich bin mit meinen Spielern zufrieden. Wenn wir am Samstag
gewinnen, kann Ulm ruhig die besseren Einzelspieler haben - das ist mir
dann egal. Und ich gehe davon aus, dass wir gewinnen." Dennoch sei
es wichtig, die gegnerischen Spieler zu respektieren und das ganze Team
anzunehmen, mahnt Kämpf, das zeige schon der bisherige Saisonverlauf.
Respekt muss aber vor allem Ulm haben: "Die müssen Angst vor
uns haben", weiß Radi Tomasevic.
Ein
wichtiger Fakor werden natürlich auch die Fans in der Uhlandhalle
sein. Die SV-Anhänger zeigten zuletzt mit einer Hundertschaft in
Jena, wir sehr hinter ihrem Team stehen. Aus Ulm tönt es aber: "Die
besten Fans kommen aus Ulm". Darüber kann Radi Tomasevic nur
lachen: "Wir haben die besten Fans, das hat man auch in Ulm gesehen.
In Jena habe ich eine richtige Gänsehaut bekom-men, als die Fans
die Sprechgesänge angestimmt haben. Es ist schon ein tolles Gefühl,
wenn so viele Leute so weit fahren, um das Team zu unter-stützen."
Den Anspruch die besten Fans der Liga zu haben, stellen also beide Teams,
wenngleich die Ulmer Anhängerschaft beim Hinspiel nicht gerade als
freundlicher Gastgeber auftrat. Das musste auch der SV-Edelfan "KMC"
spüren, als er sich seltsamer Würgegriffe erwehren musste, weil
er hinter dem SV-Korb - während Ulmer Freiwurfen - ein wahres Freudentänzchen
veranstaltete.
Auch
Lamas hatten in der Kuhberghalle Zutritt. Eines der langohrigen Wieder-käuer
spuckte doch tatsächlich unseren Radi an - das war gar nicht fein,
lässt sich aber biologisch erklären: "Wenn ein Lama müde
wird oder überlastet ist, legt es sich auf den Boden, weigert sich
weiterzugehen und spuckt", heißt es im Duden der Biologie.
Also: Tübinger, habt Verständnis! Das die Fans auch am Samstag
versuchen werden, Tomasevic zu provozieren, vermutet auch Radi selbst:
"Ich werde mich gar nicht darauf einlassen. Das motiviert mich nur,
wie man in Ulm gesehen hat."
Die
wahren Fans erkennt man am ohnehin am fairen Verhalten bei Miss-erfolgen.
Die Ulmer Fans können sich also am Samstag beweisen...
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