Die
WALTER Tigers befinden sich mitten im Abstiegskampf und sollten sich eigentlich
auf das nächste Heimspiel gegen Bremerhaven konzentrieren. Genau
das ist seit Mittwoch aber kaum mehr möglich, zu sehr beschäftigen
die Vorfälle vom Mittwoch das gesamte Team: "Im Training ist
es gerade sehr schwierig. Die Gedanken der Spieler sind bei dieser Geschichte.
Alle Spieler stehen unter Schock!", so Aaron McCarthy. Dementsprechend
unzufrieden ist der Amerikaner mit dem Training gewesen. "Es hilft
aber nichts! Wir müssen uns jetzt unbedingt auf das nächste
Spiel konzentrieren und alle Energie in den Abstiegskampf bringen!"
"Dabei
hatte der Mittwoch noch so gut begonnen", berichtet ProBasket-Manager
Harald Prinz einen Tag nach dem "Basketball-Schock" (Zitat Bild-Zeitung).
"Es gab sehr vielversprechende Sponsoren-Gespräche", erklärt
Prinz. Am Nachmittag erreichte dann die Nachricht von den positiven Doping-Proben
die Uni-Stadt und schlug ein wie eine Bombe. Kurz danach trennten sich
die WALTER Tigers von Tamien Trent und Michael Moten, die inzwischen zugaben
"einen Joint geraucht zu haben". Präsident Oppermann, Manager
Prinz und Trainer McCarthy waren sich einig: "Es gibt Dinge, die
es in Tübingen nicht gibt". So wurden die Konsequenzen aus der
Verfehlung der beiden Akteure gezogen und die Verträge aufgelöst.
Tamien Trent wird am Samstag in die USA zurückfliegen, Michael Moten
am Dienstag. Trents interessante Geschichte vom "Passiv-Kiffen"
basiert wohl auf der Empfehlung seines Agenten.
Der Imageschaden
der Tigers ist noch nicht absehbar, allerdings macht dieser Vorfall das
Anwerben von Sponsoren nicht gerade leichter. "Da kann schnell eine
jahrelange Arbeit zunichte gemacht werden", schimpft Harald Prinz.
Bei Gesprächen mit Sponsoren betont Prinz häufig das junge und
begeisterungsfähige Publikum in Tübingen. Gerade das junge Publikum
braucht Vorbilder; da war es klar, dass die Joint-Sünder ihren Hut
nehmen mussten. "Wie unsere Sonsoren diese Geschichte aufnehmen ist
noch nicht absehbar", erklärt Prinz.
Besonders
die Tatsache, dass weder Tamien Trent noch Michael Moten nach der Doping-Probe
in Geißen nicht auf die Vereinsführung oder den Trainer zukamen,
um auf die eventuell positive Dopingprobe hinzuweisen, stößt
bei Harald Prinz auf Unverständnis: "Dadurch haben uns die beiden
um jeden Handlungsspielraum gebracht, schließlich hätten wir
noch auf dem Transfermarkt tätig werden können!." Hierfür
ist es jetzt zu spät, denn am 8. Februar lief die Transferfrist ab.
"Die Spieler haben nicht ans Team gedacht", schimpft auch Aaron
McCarthy.
Auch für
Trent und Moten wird die Verfehlung persönliche Konsequenzen haben.
"Seit dem Fall Schaffartzik hat sich der Strafenkatalog geändert",
so Prinz. "Im schlimmsten Fall droht den beiden eine zweijährige
Sperre!".
Zumindest
in einem Punkt können die Tigers durchatmen. Die mit Trent und Moten
gesammelten Punkte gegen den Abstieg bleiben in Tübingen, verlautete
es am Donnerstag von Seiten der BBL. "Ein Punktabzug wäre für
uns der Supergau gewesen. Das hätten wir nicht mehr auffangen können".
Sollten die Tiger, nicht zuletzt aufgrund dieser Geschichte absteigen,
wird es wohl "der teuerste Joint der Geschichte", betont Prinz.
Aber auch Arbeitsplätze hängen an der BBL-Zugehörigkeit,
deshalb heißt es nun einmal mehr: "Mund abwischen und nach
vorne sehen", gibt sich der Manager der Tigers kämpferisch. |