Mit drei Niederlagen hat die Trainer-Karriere von Mike
Koch jedoch nicht sehr erfolgreich begonnen: zwei Niederlagen im ULEB-Cup
und eine äußerst unglückliche Niederlage im ersten Liga-Spiel
vergangenen Samstag. Gegen die Artland Dragons führten die Mannen
vom Rhein drei Minuten vor Schluss noch mit neun Punkten, dieser Vorsprung
wurde aber noch verspielt und am Ende verlor man 92:97 nach Verlängerung.
Was vielleicht auch daran lag, dass mit Andrew Wisniewski ein wichtiger
Spieler mit fünf Fouls auf die Bank musste.
Der 1,91m große Aufbauspieler ist mit durchschnittlich
25,0 Punkten pro Partie der aktuelle Top-Scorer der Basketball-Bundesliga.
Vom Talent des US-Amerikaners konnte man sich in Bonn bereits letzte Saison
selber überzeugen, als er im Trikot von Roter-Stern Belgrad gegen
Bonn in zwei Partien des ULEB-Cups auftrumpfte. "Wisniewski ist derzeit
der beste Guard der Liga!", lobt Pat Elzie den amerikanischen Neuzugang
in Bonner Reihen. Auf Wisniewski wird aller Voraussicht nach Ron "the
Rottweiler" abgerichtet. "Das ist der richtige Job für
Ron", so Elzie. Großen Respekt hat Elzie auch vor Hrvoje Perincic,
der einer der besten 3er-Schützen der Liga ist. "So einen Shooter
wünscht sich jeder Trainer", schwärmt Elzie. Perincic und
Wisniewski erzielen derzeit rund die Hälfte aller Bonner Punkt. Gegen
einen Schützen dieser Qualität benötigt Elzie einen weiteren
starken Verteidiger. Deshalb wird Travarus Bennett am Samstag in der Starting
Five stehen und soll dafür sorgen, dass Perincic erst gar nicht zu
Wurfversuchen kommt. Aufgrund dieser taktischen Marschrichtung kommt Antwine
Williams am Samstag von der Bank.
Der Bonner Schwachpunkt ist in dieser Saison die Defense.
Die Baskets kassieren rund 85 Punkte pro Spiel (WALTER Tigers 80). Neu-Trainer
Mike Koch war in der BBL und auch später in der griechischen Liga
als Defense-Tier bekannt. Mit Sicherheit wird er es sich zum Ziel setzen,
die Defensiv-Leistung seines Teams zu verbessern. "Wir hoffen, dass
Bonn am Samstag nicht plötzlich verteidigen wird", scherzt Harald
Prinz.
Insgesamt ist der diesjährige Kader vor allem in
der Breite besser besetzt. Acht neue Spieler haben die Baskets vor dieser
Saison verpflichtet, darunter mit Ivan Tomeljak (Kroatien) einen Europameister
von 1999. Auch Jason Conley konnte schon für Furore sorgen. Conley
war der erste Spieler aller Zeiten, der es schaffte, im 1. College-Jahr
30 Punkte pro Partie zu erzielen.
Eine Negativserie wird am Samstag aber defnitiv enden.
Die Tübinger mussten in den letzten vier Spielen als Verlierer vom
Platz gehen, die Bonner gar sieben mal, davon vier mal im ULEB-Cup! Es
wird also Zeit, dass beide Teams wieder das Gewinnen anfangen, um nicht
in tiefere Kellerregionen vorzudringen.
Nach dem die TIGERS mit 6:2 Punkten äußerst
erfolgreich in die Saison gestartet waren, träumten viele Fans schon
von den Play-Offs. Das aber auch diese Saison der Klassenerhalt das erste
Saisonziel am Neckar sein muss, war aber spätestens bei dem Spiel
gegen Oldenburg zu erkennen. Mit 37 Prozent Trefferquote in den letzten
drei Spielen ist klar geworden, was die Tigers verbessern müssen!
Aller guten Dinge sind drei! Auch das könnte Überschrift
bzw. Motto dieses Spiels sein. 2001 verlor man gegen Bonn 77:99, letzte
Saison 67:80. Wird also Zeit, dass die TIGERS am Samstag den ersten Heimsieg
gegen Bonn schaffen!