Am
Freitag, den 02.12.2005 machen sich die WALTER-TIGERS Tübingen auf
den Weg zu ihrer längsten Auswärtsfahrt in der Saison 2005/2006.
Am kommenden Samstag spielen sie im über 700 Kilometer entfernten
Bremerhaven gegen den bisher überzeugend in die Saison gestarteten
Meister der 2. Bundesliga Nord der Saison 2004/2005. Überhaupt werden
die Spieler der TIGERS im Monat Dezember genügend Gelegenheit haben,
sich von dem guten deutschen Autobahnnetz zu überzeugen.
Nach
dem Spiel am Samstag treten sie am Mittwoch, den 7.12.2005 bei RheinEnergie
Köln an. Am 17. Dezember geht’s dann über 500 Kilometer
weit nach Niedersachsen zum Spiel gegen BSIENERGY Braunschweig. Damit
ist es für die Busfahrer der TIGERS aber noch nicht getan.
Am
Donnerstag, den 29. Dezember spielen die Tübinger gegen die Artland
Dragons, satte 600 Kilometer von den Ortsgrenzen Tübingens entfernt.
Gegen die
Eisbären Bremerhaven kommt es dabei zum Wiedersehen mit dem ehemaligen
Tübinger Aufbauspieler Brian Jones. Jones kam in der Saison 2002/2003
an den Neckar, in seiner ersten Saison verpasste man den Aufstieg noch
denkbar knapp. Punktgleich musste man sich am Ende nur der BG Karlsruhe
geschlagen geben. Im
darauf folgenden Jahr wurde der Aufstieg auch dank großer Leistungen
von Brian Jones geschafft. In der vergangenen Saison war Jones der Topscorer
der WALTER TIGERS, auch bei den Assists war er in der teaminternen Wertung
auf Platz 1. Nach der Saison waren sich beide Seiten darüber einig,
den ausgelaufenen Vertrag nicht mehr zu verlängern. Mit Deren Fenn,
einem Landsmann von Brian Jones, wurde ein starker Center für die
Starting-Five verpflichtet. Fenn erzielte in den bisherigen Spielen im
Schnitt 19 Punkte und pflückte 7,6 Rebounds.
Vor der Saison
wurde mit Marcus Wallace ein Spieler verpflichtet, der schon einmal in
Bremerhaven auf Korbjagd gegangen war. Wallace kam in der Saison 2002/2003
zum damaligen Zweitligisten Bremerhaven und wurde dort schnell zum Publikumsliebling.
In einem Spiel erzielte er in nur zwanzig Minuten 43 Punkte, vor allem
wegen der 100%igen Dreierquote: elf von elf Versuchen fanden den Weg in
den Korb. Der Vertrag wurde aber nach nur drei Wochen mit der Begründung
“nicht zu überwindender Unterschiede bei der sportlichen Zielsetzung“
aufgelöst.
Als Nachfolger
wurde Nick Jacobson verpflichtet. Der US-Boy ist mit durchschnittlich
16 Punkten nach Fenn zweitbester Punktesammler. Im Gegensatz zu Nürnberg,
dem Aufsteiger aus dem Süden, setzen die Eisbären auf eine komplett
neue Starting-Five. Komplettiert wird diese mit Charles-Judson Wallace
als Power-Forward und Evaldas Jocys als Small-Forward. Ob Jocys am Samstag
jedoch spielen kann ist noch nicht geklärt. Der Litauer ist im letzten
Spiel gegen die Artland Dragons unglücklich umgeknickt und mit Verdacht
auf Bänderriss ausgewechselt worden.
Nach den
zwei Niederlagen gegen Bamberg und Quakenbrück bleibt also abzuwarten,
wie der Aufsteiger diese kleine Negativserie verarbeiteten kann und sich
gegen eine Mannschaft schlägt, bei der man nach dem Bonn-Spiel vom
vergangenen Samstag nicht so recht weiß, wie man mit der Niederlage
umgehen soll. Auf der einen Seite war eine große Steigerung gegenüber
dem Heimspiel gegen Oldenburg zu erkennen, auf der anderen Seite hätte
man in dieser Partie nicht in die Verlängerung gehen müssen,
geschweige denn das Spiel verlieren. Mit 18 verworfenen Freiwürfen
bei 34 Versuchen (47,1 %) fällt wenigstens die Analyse für die
Niederlage leicht.
Wenn die
TIGERS am Samstag die Systeme so durchspielen wie sie es gegen Bonn getan
haben (18 Assists sind bisherige Saisonbestmarke), wenn sie wieder so
hochprozentig treffen wie gegen Bonn, wenn sie das Reboundduell wieder
für sich entscheiden können und wenn sie dieses Mal dann auch
noch eine Freiwurfquote haben, die auch nur annähernd BBL-tauglich
ist, dann, ja aber auch nur dann, haben die TIGERS eine reelle Siegchance
beim Nordlicht der Basketball-Bundesliga.
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