Man
könnte die unglücklichen TV-Auftritte der WALTER Tigers negativ
formulieren und sagen: "Noch nie haben die WALTER Tigers ein Livespiel
gewonnen!". Wir denken positiv und sagen, dass die Tigers noch kein
Auswärtsspiel verloren haben, dass live im Fernsehen zu sehen war.
Am Sonntag wird letztere Serie hoffentlich halten: Die WALTER Tigers gastieren
in der Braunschweiger Volkswagenhalle und wollen zwei wichtige Punkte
sammeln. Vor laufenden Premiere-Kameras zeigten die Tigers in dieser Saison
gegen Oldenburg die wohl schlechteste Leistung der letzten Monate. "Das
war Schrott! Wir haben etwas gutzumachen", fordert Coach Pat Elzie.
Die
fetten Jahre sind vorbei - frei nach dem Stipe-Erceg-Film könnte
man die derzeitige Lage der Braunschweiger beschreiben. In der Saison
2002-2003 strebte das junge Braunschweiger Team noch nach oben und belegte
am Ende der Saison einen ausgezeichneten 4. Tabellenplatz. Durch das schnelle,
athletische Spiel begeisterte das Team nicht nur die eigenen Fans. Hinzu
kam, dass Braunschweig stets über ausgezeichetet Distanzschützen
verfügte. Doch seiter geht es bergab. Gerade die einstige Stärke
ist in dieser Saison ein großer Schwachpunkt des Teams von Ex-Bundestrainer
Henrik Dettmann. Kein Team in der BBL ist aus der Distanz harmloser als
die Niedersachsen, die nur 25 Prozent ihrer Dreierversuche treffen. Nicht
zuletzt deshalb ist Braunschweig momentan eine der offensiv-schwächsten
Mannschaften der laufenden Saison. Lediglich 75,3 Punkte erzielen die
Niedersachsen pro Spiel (Tigers 81,4).
Der
Saisonstart in Braunschweig war noch erfolgreich. Nach sechs Spielen standen
drei Siege auf dem Konto des Teams, das in der 7000 Zuschauer fassenden
Volkswagenhalle beherbergt ist. Seither hagelte es aber 5 Niederlagen
in Folge, Braunschweig ist auf den Abstiegsrängen angekommen und
die Zuschauerresonanz wird immer geringer. Zuletzt pilgerten nur noch
rund 2000 Zuschauer in die Arena. Mit 6:16 Punkten steht das Team kurz
vor den Feiertagen mit dem Rücken zur Wand und muss am Sonntag unbedingt
gewinnen. Bereits am Mittwoch versäumte es Braunschweig beim Heimspiel
gegen die zuvor siebenmal sieglos gebliebenen Giants aus Leverkusen wieder
Punkte zu sammeln. Der Gast aus Leverkusen entführte die Punkte aus
Braunschweig. Braunschweig ist im Tal der Tränen angekommen.
Die
derzeitige Tabellensituation könnte zur großen Chance für
die Tigers werden, die sich kurz vor Weihnachten durch einen Sieg in Braunschweig
ein kleines Polster zu den Abstiegsrängen erspielen bzw. Anschluss
an die Playoff-Zone schließen könnten. Trotz allem darf Braunschweig
nicht unterschätzt werden, zumal sich die Niedersachsen ihrer Position
bewusst sein werden und mit 100 Prozent spielen werden. Gerade die Schlussphase
beim letzten Heimspiel gegen Nürnberg sollten die Tiger immer im
Hinterkopf behalten. Wäre das Spiel zwei Minuten länger gegangen,
dann... "Ich habe meinem Team gesagt, dass Braunschweig sehr stark
besetzt ist und auf keinen Fall unterschätzt werden darf!",
so Pat Elzie.
Die
gefährlichsten Braunschweiger Akteure sind derzeit der Flügelspieler
Tyray Pearson (15 Punkte pro Spiel, dazu rund 10 Rebounds), Vernard Hollins
(13) und Chauncey Leslie (12). Auch der deutsche Youngster Jan Lipke muss
beachtet werden, allerdings sucht Lipke nach erfolgreichem Saisonstart
derzeit nach seiner Form. Von den Utah Jazz kam Melvin Scott nach Braunschweig,
muss allerdings noch ins Spiel von Dettmann integriert werden. Vor allem
auf das Duell Bingo Merriex gegen Tyray Pearson darf man gespannt sein.
"Braunschweig ist auf dem Blatt sehr gut besetzt!", mahnt auch
Pat Elzie, der auf der Power-Forward Position leichte Vorteile bei den
Tigers sieht. "Das Spiel wird beim Spielaufbau entschieden",
ist sich der Amerikaner sicher. "Auch unsere Defense gegen die athletischen
Flügelspieler ist besonders wichtig!".
Auf
Andreas Hornig müssen die Tigers in den nächsten 2-3 Wochen
weiter verzichten. Aufgrund seiner Kniebeschwerden kann Horni derzeit
nur ein leichtes Wurftraining absolvieren. Auch Igor Perovic' Knie zwickt,
der Serbe wird am Sonntag jedoch auflaufen. Antwine Williams und Jüfan
Geiger wurden die Woche über von einer Erkältung geplagt.
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