Wenn
sich am kommenden Sonntag (17 Uhr, Bamberg) der amtierende deutsche Meister
GHP Bamberg und die Walter Tigers Tübingen gegenüberstehen,
kann man ohne Übertreibung von einem Duell des kleinen David gegen
den großen Goliath sprechen. Der aktuelle Tabellenzweite der Basketball-Bundesliga
und Euroleague-Achtelfinalist ist mit einem großen und qualitativ
hochwertigen Kader ausgestattet, während die Schwaben mit dem letzten
Aufgebot in der fränkischen Domstadt antreten müssen. Nach der
Trennung der beiden Doping-Sünder Michael Moten und Tamien Trent
fällt mit Topscorer Ron Selleaze (Zehenbruch) wohl ein weiterer wichtiger
Spieler aus. Zudem plagt sich Verteidigungspezialist Travarus Bennett
seit Wochen mit schmerzenhaften Knieproblemen herum.
Insofern
müssen die restlichen Tigers-Akteure ihr ganzes Können und ihre
ganze Leidenschaft in die Waagschale werfen, um auch nur den Hauch einer
Chance beim übermächtigen Gegner zu haben.
Starensemble
aus Bamberg
GHP-Trainer
Dirk Bauermann steht hingegen der gesamte Kader zur Verfügung. Nach
der überraschenden Niederlage der Franken gegen die Artland Dragons
(65:79) am vergangenen Sonntag, konnten sich die Bauermänner am gestrigen
Mittwoch mit einem 87:64-Erfolg gegen den fränkischen Nachbarn und
Aufsteiger von sellbytel Baskets Nürnberg eindrucksvoll von der unerwartenden
Niederlage im Artland rehabilitieren. Nach dem Euroleague-Aus will GHP-Meistertrainer
Bauermann nun die restlichen Spiele gewinnen, um für die Play-Offs
die optimale Ausgangsposition einzunehmen:
„Wenn
wir ins Finale kommen und es zu einem fünften Spiel kommen sollte,
ist es wichtig, dass das Spiel in Bamberg stattfindet“, blickt der
Erfolgscoach in die Zukunft. Die Franken werden somit alles unternehmen,
um die Hauptrunde als Tabellenerster abzuschließen. Zum abschließenden
Showdown kommt es dann am Ostersonntag, wenn die Franken bei Alba Berlin
antreten müssen und den ersten Tabellenplatz unter sich ausmachen
werden.
Aus einer
starken fränkischen Mannschaft ragt mit dem US-Amerikaner Demond
Mallet der korbgefährlichste Spieler aus der Bauermann-Truppe heraus.
Mit durchschnittlichen 16,1 Punkten pro Spiel und einer Drei-Punkte-Erfolgsquote
von 41,2 % ist der explosive Aufbauspieler ein wichtiges Mosaikstein im
System der Bamberger. Unter den Körben dominiert seit Jahren Chris
Ensminger (10,0 Punkte und 7,8 Rebounds pro Spiel). Mit Spencer Nelson,
dem deutschen Nationalspieler Robert Garrett, Koko Archibong, Derrick
Phelps verfügt Bauermann über weitere hochkarätige Spieler,
die jederzeit ein Spiel gewinnen können.
Tigers
sehnen Klassenerhalt herbei
Für
die Tigers geht es geht es hingegen nur noch darum, eine mit vielen Nackenschlägen
geprägte Saison noch einigermaßen erfolgreich zu beenden. Bei
einer Niederlage der Karlsruher in Bremerhaven oder einem Sieg der Berliner
in Braunschweig am kommenden Samstag, wäre für die Tübinger
der Klassenerhalt bereits vor dem Aufeinandertreffen mit den Bambergern
am Sonntag sicher, ohne noch eines der drei restlichen Spiele gewinnen
zu müssen. Zu einem Wiedersehen mit seinen alten Kameraden kommt
es dabei für den ehemaligen Bamberger Hurl Beechum, der seit Anfang
März 2006 bei den Schwaben angeheuert hat, um nach seiner schweren
Knierverletzung (Kreuzbandriß und Meniskusschaden) wieder Spielpraxis
sammeln zu können.
Um einen
ordentlichen Saisonausklang zu haben, wollen sich die Tigers in Bamberg
teuer verkaufen und in den beiden letzten Heimspielen gegen die Deutsche
Bank Skyliners aus Frankfurt (13.04.2006, 20 Uhr) und die Artland Dragons
(16.04.2006, 15 Uhr) noch ein Erfolgserlebnis mitnehmen. |